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Markenhistorie Junghans: Schlichte Eleganz, pure Präzision

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von Fynn

Seit mehr als 150 Jahren existiert die bis heute bekannte Uhrenmarke Junghans. Das deutsche Unternehmen verfügt nicht nur über eine langjährige, sondern auch sehr turbulente und spannende Firmenhistorie. Nicht weniger interessant zeigen sich bis heute die Uhrenkollektionen von Junghans: Darunter finden sich echte Klassiker und Sammlerstücke sowie Modelle, die mittlerweile auf dem Markt nicht mehr wegzudenken sind und als zeitlose Schönheiten für Uhrenfreunde gelten.

Von der Uhrenbestandteilefabrik zur Komplettfertigung

1861 durch Erhard Junghans und Schwager Jakob Zeller-Tobler gegründet, blickt die Firma Junghans auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. Damals noch als „Zeller & Junghans“ Uhrenbestandteilefabrik bekannt, wurden am Standort Schramberg im Schwarzwald zunächst nur Komponenten für größere Zeitanzeiger, nicht aber ganze Uhren gefertigt. So reiften beispielsweise Holzgehäuse, Drahthaken oder Glastüren heran.

Erst einige Jahre später wagten die Gründer die Herstellung eigener Modelle. 1866 war es soweit: Die ersten Junghans-Uhren erblickten das Licht der Welt, damals noch klar erkennbar an amerikanischen Zeitanzeigern orientiert. Im Jahr 1870, nur vier Jahre später, wurden pro Tag durch die Junghans-Firma schon rund 60 Uhren gefertigt. Doch das Schicksal schlug zu: Genau in diesem Jahr verstarb Gründer Erhard Junghans und Luise Junghans übernahm das Geschäft vorübergehend, bis es schließlich seine Söhne übernahmen.

Frühe Ideen: Wecker, Taschenuhren und das berühmte Logo

Unter dieser neuen Führung wurde das vielseitige Sortiment der Uhren um Wecker und schlussendlich – trotz einiger Rückschläge – auch um Taschenuhren erweitert. Ende des 19. Jahrhunderts entstand außerdem das bis heute bekannte Junghans-Logo, das nach wie vor die hochwertigen Uhren ziert: der fünfstrahlige Stern mit dem zentral darin positionierten Buchstaben „J“, der für den Namen der Marke steht.

Um die Jahrhundertwende boomte das Geschäft. So gab es zeitweise über 3.000 Beschäftigte bei Junghans. Der Produktion von mehr als drei Millionen Uhren pro Jahr verdankte die Firma zu diesem Zeitpunkt den Titel des größten Uhrenherstellers weltweit. Allerdings trübten die zwei folgenden Weltkriege den Erfolg.

Fokus auf Armbanduhren ab den 1950er Jahren

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde noch einmal neu durchgestartet und nun der Schwerpunkt auf Armbanduhren gelegt: Die schwierigen Zeiten des Krieges konnten souverän ausgeglichen werden, indem sich Junghans zu einem der größten Chronometer-Fabrikanten entwickelte. Seither liefert Junghans regelmäßig neue Innovationen, die in der Uhrenwelt immer wieder für Furore sorgen. So gab es etwa im Jahr 1986 eine Tischuhr, die per Funk gesteuert werden konnte und 1990 schließlich auch eine solche Armbanduhr. Diese Meilensteine in der Firmengeschichte machen Junghans bis heute zu einem führenden Anbieter von Funkuhren.

Modern und edel: Junghans heute

Die Mischung aus Tradition in der Uhrmacherkunst und neuen Ideen, die den Zahn der Zeit treffen, machen die Marke Junghans zu dem, was sie heute ist. Junghans steht außerdem für mechanische Präzision made in Germany und für Uhren mit hochwertigen Keramikgehäusen. Weiterhin räumt der Uhrenhersteller regelmäßig Designerpreise für die Optik und Form der Armbanduhren ab und verblüfft seine Kunden mit immer wieder neuen Ideen. Ob ausgefeilte Funkuhr oder umweltfreundliche Solartechnologie, die Uhren bieten für jeden Uhrenfreund einen besonderen Hingucker.

Beliebte Kollektionen von Junghans auf einen Blick

Die Kollektionen von Junghans sind vor allem eines: Schlicht und zeitlos.

Junghans Max Bill:

Eine Kollektion sticht besonders hervor, da sie regelmäßig renommierte Designpreise gewinnt: Die Max Bill. Diese Kollektion wurde im Jahr 1961 vom gleichnamigen Künstler und Architekten entworfen und umfasst mechanische Armbanduhren, deren Herstellung bis heute fast 1:1 gleichgeblieben ist. Designänderungen werden mit Max Bills Erben besprochen, damit sein Innovationsgeist weiterleben kann. Das minimalistische Ziffernblatt und ein gewölbtes Glas sind charakteristisch für die Uhr, deren Armband dafür als Kontrast auf Wunsch in auffälligen Farben erhältlich ist.

Junghans Meister:

Diese Kollektion ist noch älter und findet ihre Ursprünge bereits in den 1930er Jahren. Die mechanischen Uhren behielten über die Jahrzehnte hinweg ihre ursprüngliche Form – und auch die Begeisterung bei den Uhrenfreunden ließ kaum nach. Die edelsten Kaliber werden in Junghans Meister Uhren verwendet. Heute entwickelte Modelle sollen an die Schönheit der ursprünglichen Varianten erinnern und als eine Art Hommage an die Uhrengeschichte fungieren.

Junghans Form:

Eine klare und ebenfalls dezente Gestaltung zeichnet die Kollektion aus, die eine Eigenschaft der Uhr betont – ihre Form. Diese sorgt nicht nur für einen ungetrübten Blick auf die aktuelle Uhrzeit, sondern auch für Bequemlichkeit und einen hohen Tragekomfort. Flach, schlank und ohne jeglichen Schnickschnack ist die Ergonomie der Junghans Form Kollektion kaum zu übertreffen.