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Ganggenauigkeit und Gangreserve, was ist das eigentlich?

Karo
von Karo

Richtige Uhrenliebhaber wissen natürlich Bescheid, wenn die Frage im Raum steht, was Ganggenauigkeit und Gangreserve denn nun genau bedeuten. Ein bisschen kann man es ja auch schon vom Wort ableiten. Aber wenn man dann so im Freundeskreis sitzt und solche Fragen gestellt bekommt, weil man ja schließlich in der Branche arbeitet merkt man, dass es doch noch die eine oder andere Lücke zu schließen gibt. Nun habe ich die Frage nach der Ganggenauigkeit und Gangreserve seitens unserer Kunden oder auch im Freundeskreis häufiger gestellt bekommen und werde nun Licht ins Dunkel bringen. Die Ganggenauigkeit beschreibt, wie der Name vermuten lässt, die Genauigkeit einer Uhr. Es gibt Vorgaben welche Abweichungen vorhanden sein dürfen und das variiert von Typ zu Typ. Ganggenauigkeit beschreibt die Abweichung einer bestimmten Norm innerhalb eines festen Zeitraums. In der heutigen Zeit ist die Ganggenauigkeit von Uhren von enormer Bedeutung, damit die unterschiedlichsten technischen Prozesse synchron funktionieren. (Netzwerke, Datensicherung, Flugverkehr). Bei Quarzuhren kann man von einer Ganggenauigkeit von +/- 30 Sekunden im Monat ausgehen und sollten von daher auch regelmäßig synchronisiert werden. Automatikuhren hingegen weisen eine Ganggenauigkeit von +/- 30 Sekunden am Tag auf. Die Atomuhr hat eine Ganggenauigkeit von etwa einer Sekunde Abweichung in 30 Millionen Jahren.

Als Gangreserve bezeichnet man den Zeitraum, in dem eine Uhr läuft ohne aufgezogen werden zu müssen. Die Gangreserveanzeige beschreibt die verbleibende Zeit bis zum Stillstand einer mechanischen Uhr und gibt so Auskunft, wann eine Uhr erneut aufgezogen werden sollte. Gemessen wird das an der Differenz der gesamten Umdrehungszahl der Triebfeder im Vergleich zur momentanen Umdrehungszahl. Sobald die Feder an Kraft verliert, wird angezeigt, dass ein Aufzug selbiger erforderlich ist. Die erste Gangreserven-Anzeige einer Armbanduhr wurde im Jahr 1933 vorgestellt und stammte aus dem Hause Breguet. Aus technischer Sicht ist diese Anzeige eine echte Herausforderung. Im Idealfall arbeitet sie gleichmäßig und stetig, ohne zu ruckeln. Die Winkelbewegung, die sie ausführt, erfolgt immer im gleichen Abstand. Man findet diese Anzeigen überwiegend bei mechanischen Uhren. Gerade bei Uhren mit Handaufzug ist es sehr nützlich zu erkennen, wann der Träger die Krone drehen oder die Uhr über Nacht auf einem Uhrenbeweger platzieren sollte. Auch bei Automatikuhren hat die Gangreserve nicht nur einen ästhetischen Grund, sondern auch einen Nutzen. Diese Uhren werden zwar durch die Armbewegung ständig aufgezogen, aber verschiedene Faktoren wie Luftdruck, Temperatur oder die individuelle Tragweise haben Einfluss auf den Rotor, der den Aufziehmechanismus steuert. Due durchschnittliche Gangreserve bei 15 Stunden bis einer Woche.