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Der ewige Kalender und seine Funktion

Karo
von Karo

In der Uhrenwelt gibt es viele Zeitmesser, die sich durch interessante Funktionen oder einer besonderen  Verarbeitungen unterschiedlicher Materialien von der Masse abheben. Einige Uhrenmacher verbauen in ihren Modellen große und kleine Komplikationen, die ausgezeichnetes handwerkliches Geschick erfordern.

Hierzu gehört auch der ewige Kalender, der in der Uhrenwelt eine der beliebtesten Komplikationen ist und seiner Bezeichnung als „Komplikation“ alle Ehre macht. Denn hierhinter verbirgt sich eine raffinierte und faszinierende Technik, die es sich erlaubt immer den richtigen Tag, Wochentag, Wochenzähler, Monat, die Jahreszeit, das Schaltjahr und die Mondphase bis ins Jahr 2100 anzuzeigen, ohne von Hand eingestellt werden zu müssen. Kein Wunder also, dass der ewige Kalender als König unter den mechanischen Kalendarien gilt.

Er geht allerdings nur bis zum Jahr 2100 deshalb, weil in diesem Jahr ungewöhnlicherweise kein Schaltjahr stattfindet. Dies kommt nur in den Jahren vor, die nicht genau durch 100 teilbar sind und in den Jahren, die ohne Rest durch 400 teilbar sind. Unsere Zeitrechnung geht nämlich auf den gregorianischen Kalender zurück, nach dem das Jahr 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden dauert. Da uns nach dieser Rechnung jedes Jahr circa sechs Stunden verloren gehen, wird alle vier Jahre ein Schaltjahr eingeschoben, um den Verlust wieder auszugleichen.

In digitaler Form ist es wiederum sehr einfach, einen ewigen Kalender einzubauen, der immer richtig läuft. Bei den mechanischen Uhren ist es dementsprechend viel schwieriger für den Uhrenhersteller, einen solchen Kalender zu integrieren.
Mithilfe unzähliger Zahnräder, Federn und Hebel, bei denen sich einige mehrmals pro Sekunde bewegen und andere wiederum nur einmal alle vier Jahre oder noch seltener, kann der ewige Kalender funktionieren. Die verschiedenen Programmräder besitzen ungleich tiefe Ausfräsungen und ermöglichen es so, dass sie sich unterschiedlich bewegen. Grundsätzlich gilt bei den mechanisch angetriebenen Uhren, die einen ewigen Kalender besitzen, dass sie eigentlich nie stehenbleiben sollten. Deshalb kann es ratsam sein, einen Uhrenbeweger zu benutzen, wenn man sie längere Zeit nicht tragen möchte. Da die ewigen Kalender über äußerst komplizierte Werke verfügen, sollten sie nie zurückgestellt werden, sondern nur vor. Hat man sie beispielsweise manuell „überkorrigiert“ sollte man die Uhr stehenlassen, bis der tatsächliche Kalendertag den ewigen Kalender wieder eingeholt hat.

Eine Uhr mit ewigen Kalender ist also ein sehr zuverlässiger Begleiter für den Alltag. Auch wenn „ewig“ nur bis zum Jahr 2100 bedeutet und man sie danach einmal neu einstellen muss, ist diese Komplikation ein Meisterwerk der Uhrmacherkunst, das jeden Uhrenliebhaber begeistert.